EgoBlog
Login Register
Login Register anmelden
Archiv
suchen
Popular Posts

Die gefährlichen Irrtümer der Autofahrer

//   23 Juli 2012  /  Schweiz, Politisch  /  0 Kommentare  /  5511 Aufrufe  //

Die gefährlichen Irrtümer der Autofahrer

Häufig verhalten sich Verkehrsteilnehmer nicht wie gelernt. Dann kommt es zu gefährlichen Situationen und Konflikten. Das sind die grössten Ärgernisse auf den Strassen.

Nicht unbedingt während der Rush Hour und bestimmt nicht auf der Gotthardstrecke, wenn halb Europa nach Süden drängt – sonst aber kann Autofahren durchaus Spass machen. Doch leider gibt es auf Schweizer Strassen viele Spassverderber: die anderen Verkehrsteilnehmer. Sonntagsfahrer, Lernfahrer und solche, die es unglücklicherweise nie richtig gelernt haben. Und gerade von letzterer Sorte scheint es eine Menge zu geben.

Wer viel fährt, erlebt häufig Situationen, in denen Zweifel aufkommen, ob wirklich alle jemals eine Prüfung abgelegt haben. Wir haben die nervigsten Konfliktsituationen im Strassenverkehr zusammengetragen. In manchen Fällen sind die Irrtümer der Autofahrer einfach nur ärgerlich, in anderen hingegen richtig gefährlich.

Konfliktzone Autobahneinfahrt

Der Beschleunigungsstreifen einer Autobahneinfahrt hat seinen Namen nicht ohne Grund: Dort sollte man sein Fahrzeug in einem mittleren Gang bis mindestens auf 80 km/h beschleunigen, bevor der linke Blinker gesetzt wird und die Spur gewechselt wird, empfehlen die Experten. Der mittlere Gang ist deswegen ratsam, damit leicht etwas mehr Gas gegeben werden kann, um die gleiche Geschwindigkeit zu haben wie die Fahrzeuge auf der Autobahn. So müsste es jedem Autofahrer problemlos gelingen, sich in den fliessenden Verkehr einzufädeln. Häufig ist aber zu beobachten, dass übervorsichtige Autofahrer viel zu langsam auf die Autobahn drängen und damit abrupte Ausweichmanöver provozieren, die im schlimmsten Fall zu einem Unfall führen können.

Der zweite Fehler ist, dass viele Autofahrer fälschlicherweise meinen, die Fahrzeuge auf dem rechten Fahrstreifen der Autobahn seien verpflichtet, mit einem Spurwechsel für die einfahrenden Autos Platz zu machen. Das Gesetz ist eindeutig: Die Fahrzeuge auf der Autobahn haben Vortritt. Und falsche Höflichkeit ist meist fehl am Platz.

Reissverschlussverfahren

Wird auf einer verkehrsreichen Strasse die Zahl der Fahrspuren reduziert, kommt es häufig zu Staus und Ärger. Viele brave Schweizer Autofahrer wechseln bereits bei der ersten Signalisation, die eine baldige Verengung anzeigt, die Spur. Das ist Unsinn und führt zu zusätzlichen Staus. Wechseln hingegen alle Autofahrer erst ganz am Ende, kurz vor der Verengung, die Spur, verteilen sich die Wartezeiten im Stau gerecht auf beide Spuren. Besonders ärgerlich: Häufig werden jene Autofahrer, die korrekterweise erst vor der Verengung die Spur wechseln, von der wartenden Kolonne bestraft – sei es mit eindeutigen Handzeichen, Hupen oder mit nahem Aufschliessen zum Vordermann, um den Spurwechsel der vermeintlich Fehlbaren zu verhindern.

Rechtsfahrgebot

«Auf Strassen mit mehreren Fahrstreifen in der gleichen Richtung ist der äusserste Streifen rechts zu benützen.» So klar und deutlich steht es in der Schweizer Verkehrsregelnverordnung. Dennoch ist immer wieder zu beobachten, dass viele Autofahrer auf der linken Spur festkleben – selbst wenn rechts alles frei ist. Auf Strecken mit drei Fahrspuren wie zum Beispiel auf der A2 zwischen Kaiseraugst und Basel scheinen sich die Autofahrer richtiggehend zu weigern, die rechte Spur zu benützen. Befahren werden meist nur die mittlere und die linke Spur. Linksfahrer können so mit ihrer tiefen Geschwindigkeit den gesamten Verkehr ausbremsen. Denn mehr legale Möglichkeiten ausser hoffen, dass der fehlbare Lenker Platz macht, gibt es nicht: Sowohl Lichthupe als auch Rechtsüberholen sind unter Strafe verboten.

Abstandsregeln

Manche besonders eilige Zeitgenossen bringt ein Schleicher derart auf die Palme, dass sie die Abstandsregeln völlig vergessen oder ignorieren. Diese Regeln sind allerdings vom Gesetzgeber relativ schwammig formuliert: «Der Fahrzeugführer hat beim Hintereinanderfahren einen ausreichenden Abstand zu wahren, sodass er auch bei überraschendem Bremsen des voranfahrenden Fahrzeugs rechtzeitig halten kann.»

Üblicherweise gelten die Zwei-Sekunden-Regel oder bis Tempo 100 der halbe Tachoabstand als Richtwert. In der Praxis ist dies aber nicht immer umsetzbar. Klar ist: Sind im Rückspiegel die Scheinwerfer des nachfolgenden Fahrzeugs nicht mehr zu sehen, ist dieses mit Sicherheit zu nahe. Leider ist das auf Schweizer Autobahnen keine Seltenheit.

Blinkmuffel

Blinken ist bei jeder Richtungsänderung Pflicht. Das Gesetz sieht dies nicht nur vor, um Autofahrer zu drangsalieren. Denn aus einer plötzlichen Richtungsänderung ohne Vorwarnung kann schnell ein ärgerlicher Blechschaden oder Schlimmeres resultieren. Blinkmuffel machen den Verkehr manchmal auch ineffizient. Wer in einen Kreisel oder auf eine viel befahrene Hauptstrasse einbiegen will, ist häufig darauf angewiesen, dass ein Fahrzeug, das von links kommt, frühzeitig anzeigt, dass es abbiegen will. Diese paar Sekunden Vorsprung reichen meist, um selbst losfahren zu können. Wird diese Chance verpasst, wartet man unter Umständen wieder einige Minuten.

Elefantenrennen

Das Ärgernis schlechthin für die viele Autofahrer. Warum müssen sich Lastwagen auf der Autobahn mit einer minimalen Geschwindigkeitsdifferenz überhaupt überholen? Der Zeitgewinn ist vernachlässigbar und dürfte spätestens am Zoll oder bei der nächsten vorgeschriebenen Ruhepause wieder dahin sein. Zum Leidwesen vieler Autofahrer sind die sogenannten Elefantenrennen nicht verboten. Noch nicht zumindest. Mittlerweile gibt es allerdings Bestrebungen in der Politik, diesen Unsinn zu unterbinden. Im März hatte der Nationalrat den Bundesrat beauftragt, ein Überholverbot umzusetzen.

Fussgängerstreifen

Entstehen gefährliche Situationen im Strassenverkehr, sind nicht immer die Autofahrer die Übeltäter. Gerade im Stadtverkehr sind es häufig Velofahrer und Fussgänger, die mit einer kreativen Auslegung des Strassenverkehrsgesetzes sich selbst und andere in Gefahr bringen. Zwar müssen weder Velofahrer noch Fussgänger eine Prüfung ablegen, dennoch gelten die Verkehrsregeln auch für die unmotorisierten Verkehrsteilnehmer.

Gerade an Zebrastreifen kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen zwischen Automobilisten und Fussgängern. Obwohl allgemein bekannt, sei hier nochmals festgehalten: Autofahrer sind verpflichtet, «anzuhalten, um den Fussgängern den Vortritt zu lassen, die sich schon auf dem Streifen befinden oder im Begriffe sind, ihn zu betreten». Das ist jedoch kein gesetzlicher Freibrief für die Fussgänger. Denn der Vortritt darf nicht erzwungen werden, «wenn das Fahrzeug bereits so nahe ist, dass es nicht mehr rechtzeitig anhalten könnte».

Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

Nur registrierte Benutzer können kommentieren.

Kommentare

Rätsel um Landung in Schiphol
Rätsel um Landung in Schiphol
13 August 2013, 0 Kommentare
Eine Maschine von Delta musste letzte Woche außerplanmäßig in Amsterdam landen. Experten wollen nun bei dem Zwischenfall etwas Ungewöhnliches ausgemacht haben.
E-Mail-Anbieter Lavabit schliesst wegen Snowden
E-Mail-Anbieter Lavabit schliesst wegen Snowden
09 August 2013, 0 Kommentare
Ein mit dem früheren NSA-Systemanalysten Edward Snowden verbundener sicherer E-Mail-Dienst schliesst und kann nach eigenen Angaben rechtlich nicht erklären, warum.
Digital-Abonnement auf NZZ.ch lanciert
Digital-Abonnement auf NZZ.ch lanciert
03 Oktober 2012, 0 Kommentare
Die Neue Zürcher Zeitung hat am Dienstag im Rahmen ihrer Konvergenzstrategie das vom E-Paper und Webpaper bekannte Digital-Abonnement auch auf NZZ.ch lanciert. Eine Grundnutzung bleibt für alle Nutzer kostenfrei.
//  Home  //  Leben  //  Technik  //  Geschichte  //  Humor  //  Karikaturen  //  Kunst  //  Archiv  //  Kontakt Back to Top Back to top
footer-right
Copyright © egoBLOG.ch Datenschutzerklärung        Nutzungsbedingungen