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Warum iOS 6 nicht vollends überzeugt

//   20 September 2012  /  Apple  /  0 Kommentare  /  4231 Aufrufe  //

Warum iOS 6 nicht vollends überzeugt

Die kleinen Neuerungen des mobilen Apple-Betriebssystems überzeugen, bei der wichtigsten Änderung hat der Hersteller gepatzt, wie ein Kurz-Test zeigt.

Mindestens 2,5 Gigabyte Speicher benötigt das nun verfügbare iOS 6 auf Apple-Geräten. Dafür erhält man laut dem Hersteller über 200 neue Funktionen. In deren Genuss kommen iPhones ab dem 3GS, das iPad 2 und 3 sowie die iPods mit Touchscreen der vierten und fünften Generation. Doch Besitzer ältere Geräte müssen Abstriche machen. Beispielsweise läuft Siri weiterhin nicht auf den ersten beiden Apple-Tablets. Die Turn-by-Turn-Navigation und 3D-Kartenansicht gibt es erst ab dem iPad 2 und dem iPhone 4S.

Nicht nur weil einige User über verschwundene Musikdatenbanken klagen und die App Passbook mitunter keine Verbindung herstellen kann, lässt sich festhalten: Beim Update-Prozess läuft noch nicht alles rund. Von den schon üblichen Wartezeiten einmal abgesehen, häufen sich im Apple-Forum Beschwerden von Nutzern, laut denen iPhones, iPads und iPod-touch-Player nach der Aktualisierung nicht mehr in der Lage sein sollen, eine Wlan-Verbindung einzurichten. Eine Stellungnahme des Unternehmens steht aus. Das Testgerät der NZZ hatte diese Probleme übrigens nicht.

Rechte für Apps festlegen

197 sicherheitstechnische Schwachstellen will Apple in iOS behoben haben. Dazu zählt auch eine, auf die Hacker pod2g im August aufmerksam machte: Sie erleichterte es Cyberkriminellen, Nutzerdaten zu stehlen. Grob verkürzt, konnte der Angreifer seinem Opfer leicht suggerieren, dass eine SMS von einer bekannten Nummer stammt. Die Antwort wurde dann allerdings an eine andere gesandt. Zur verbesserten Sicherheit gehört auch, dass man nun leicht festlegen kann, auf welche Daten Apps zugreifen sollen. In den Datenschutzeinstellungen kann man dies nun beispielsweise für Ortsdaten, Kalender, Kontakte, Fotos, Twitter, Facebook, Bluetooth und Erinnerungen erlauben. Ein Nutzer erhält ab sofort von jeder Applikation eine Meldung, wenn diese entsprechende Berechtigungen erhalten möchte. Diese kann man auch im Nachhinein problemlos gewähren.

Facebook und Twitter tief integriert

Eine wichtige Neuerung des mobilen Betriebssystems ist die tiefe Integration von Twitter und Facebook. Bei letztgenannter empfiehlt es sich für Nutzer darauf zu achten, dass die man die richtigen E-Mail-Adressen beim Synchronisieren mit dem sozialen Netzwerk importiert. Denn im Sommer stellte Facebook per Standardeinstellung auf @facebook.com-Adressen um.

Wie seit längerem bekannt, entfernt Apple mit iOS 6 die YouTube- und Google-Maps-App. Erstgenanntes fällt nicht weiter ins Gewicht, weil sich das Videoportal auch im Browser Safari, der nun eine Vollbilddarstellung bietet, auf iOS-Geräten komfortabel nutzen lässt. Der Abschied vom Kartendienst zugunsten von TomTom fällt allerdings schwerer ins Gewicht, denn man vermisst in vielen Ländern nicht nur die Street-View-Ansicht, Staudaten und Fahrplaninformationen, auch die Abdeckung ist insgesamt viel gröber gehalten, was vor allem die Fussgänger-Navigation erschwert. Unter anderem werden oftmals Grünanlagen nicht angezeigt. Und einige Bars gibt es nicht mehr. Apple setzt vor allem auf Daten von Yelp. Der Dienst ist aber bei weitem nicht in allen Ländern stark präsent. Veraltetes Kartenmaterial liess sich für Zürich im 30-Minuten-Test nicht entdecken. Das ging aber nicht allen Testern so – unter anderem in Deutschland.

Keine Alternative zu Nokia Maps

Insgesamt funktionierte die Navi-Lösung im Kurz-Test tadellos, ist aber keine Alternative zu Nokias vollumfänglicher Lösung, weil erstgenannte keine Offline-Funktionalität hat und somit im Ausland für die meisten Kunden hohe Roaming-Gebühren anfallen dürften. Die Möglichkeit, Kartenausschnitte wie bei Google Maps zwischenzuspeichern, bietet Apples Dienst nicht. Der Weg über die Browserversion, maps.google.ch, dürfte für viele Anwender keine Alternative sein, da viele Funktionen fehlen – beispielsweise Street View. Apple hat Googles Dienste entfernt, weil Android auf Smartphones iOS bereits den Rang abgelaufen hat und man in Cupertino das Betriebssstem aus Mountain View als plumpe Kopie ansieht.

Und Siri?

Apples mit dem iPhone 4S lancierte Sprachassistentin bietet nun unter anderem Sportergebnisse, Restaurantreservierungen und das Kinoprogramm. Allerdings funktioniert all das bisher am besten in den USA. Praktisch sind hingegen simple Neuerungen: Sagt man «Facebook», kann man eine Statusmeldung absetzen, «Twitter» legt einen Tweet an. Erstmals lassen sich über den Befehl «Öffne App XY» auch Anwendungen von Drittentwicklern starten. Bei der sprachgesteuerten Navigation treten dann Probleme auf, wenn man auf Deutsch zu einer englischen Strasse gelotst werden will, denn Siri kommt nach wie vor nicht mit zweisprachigen Eingaben zurecht.

Fazit

An der Kartenlösung sollte Apple in jedem Fall verstärkt arbeiten, denn bisher ist sie eine schlechte Alternative zu Google Maps. Für die E-Mail-App wären die Möglichkeit, Unterordner zusammenzuklappen und eine Abo-Funktion wünschenswert. Dass Apple älteren Geräten wichtige Funktionen vorenthält, liegt wohl in der Natur des Geschäftsmodells: Nutzern soll der Umstieg nahegelegt werden. Die Fragmentierung der Versionen ist bekanntlich einer der wichtigsten Kritikpunkte an Googles Android. Den Vorwurf muss sich Apple also auch machen lassen, wenngleich es hier um die Vorenthaltung von Funktionen geht, während beispielsweise Sicherheitsupdates installiert werden können.

Gelungen sind in iOS 6 hingegen viele kleine Neuerungen wie die erwähnten Verbesserungen beim Datenschutz und der Ruhemodus: Dem Gerät entgeht nichts, es behelligt nachts den Nutzer aber nicht. Auch dass sich die Mobilfunknummer nun mit der Apple-ID verknüpfen lässt, hat grosse Vorteile wie die Möglichkeit, an diese Nummer gesandte Nachrichten auch von Macs, iPod-touch-Playern und iPads mittels iMessage und FaceTime empfangen zu lassen. Gespannt sein darf man auf Passbook, eine App, die Bord-, Eintritts-, Kundenkarten und Coupons sammelt, aber hierzulande noch nicht unterstützt wird. Vom Kundennutzen abgesehen, bieten sich Apple dabei vielfache Monetarisierungsmöglichkeiten. Beispielsweise könnte eine Bar, die Passbook-Coupons anbietet, in der Karten-App farblich hervorgehoben werden.

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Kommentare

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