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Das Comeback von Myspace

//   27 September 2012  /  Social Networks  /  0 Kommentare  /  3822 Aufrufe  //

Das Comeback von Myspace

Falls Sie Facebook-müde sind, Wert auf schönes Design legen und gerne Musik hören, dann wechseln Sie zu Myspace. Der Social-Network-Pionier steht vor einem grossen Neustart.

Myspace gehörte einst zu den erfolgreichsten Webseiten der Welt. Der Pionier aller sozialen Netzwerke hatte zu den besten Zeiten eine Community von über 200 Millionen Nutzern. Nach dem Siegeszug von Facebook führt das soziale Netzwerk heute indes nur noch ein Nischendasein für Künstler und Musiker. Doch aufgeben wollen die Besitzer die Seite nicht. Im Gegenteil: Der einstige Marktführer wagt einen Neustart und hegt grosse Pläne. Das zeigt ein Video, welches vor wenigen Tagen ins Netz gestellt wurde.

Wie im Clip zu sehen ist, wird demnächst ein grundlegend überarbeitetes Myspace den Betrieb aufnehmen. Auf den ersten Blick macht die Webseite im neuen Kleid einen flotten Eindruck: Während die Konkurrenz wie Twitter und Facebook auf ein technokratisches Design setzt, will Myspace optisch den Markt aufmischen. Nutzern wird es möglich sein, sich mit grossformatigen Bildern und Videos in Szene zu setzen. Konnten die User ihre Profile früher bisweilen ziemlich chaotisch gestalten, gibt Myspace künftig Leitplanken vor. Doch die neue visuelle Stossrichtung – ein bisschen an das bunte Raster-Layout des neuen Webstars Pinterest angelehnt – ist sehr ansprechend. Gescrollt wird übrigens, und das ist eine kleine Revolution, horizontal von links nach rechts.

Mehr Musik, bessere Vernetzung

Nur mit einem neuen Layout lockt man allerdings keine neuen User an. Das neue Myspace wird darum zusätzlich auf Benutzerebene mit neuen Services auftrumpfen. So wird es den Nutzern offenbar möglich sein, ihre Interessen und Vorlieben mit der Community noch besser abzugleichen, was die Kontaktaufnahme wohl einfacher macht.

Die Vernetzung ist im neuen Myspace zentral: Auch wenn die Seite in den letzten Jahren durch Facebook und Twitter enorm an Gefolgschaft verloren hat (2012: 33,3 Millionen Nutzer pro Monat; Wikipedia), wird die neue Seite die beiden Dienste voll und ganz integrieren. Es wird den Nutzern möglich sein, Freunde via Facebook zu finden. Ähnliches wird offenbar mit Twitter-Postings ermöglicht.

Neben den beiden prominenten Diensten sollen dem Vernehmen nach noch weitere dazukommen. Dabei besinnt sich die Plattform auf ihre frühere Stärke: die Musik. Playlist- und Streaming-Funktionen sollen das neue Myspace als Musiknetwork gegenüber den grossen Playern positionieren. Das Netzwerk konzentriert sich auf Künstler und will diese mit Fans besser verbinden. Interessant ist dabei die Möglichkeit, anhand eines eigenen Statistikangebots die «einflussreichsten Fans» zu ermitteln.

Glorreiche und tragische Vergangenheit

Wann das Redesign eingeführt wird, ist noch unbekannt. Auf der Seite New.Myspace.com können sich Interessierte in eine Mailinglist eintragen lassen, um über den Starttermin und Details auf dem Laufenden zu sein. In den Medien wird die bevorstehende Neulancierung positiv wahrgenommen. Fachblogs sehen in der kompletten Renovierung ein vielversprechendes Comeback des einst so populären Networks.

Dem einstigen Platzhirsch ist ein erfolgreiches Comeback zu wünschen. Blickt man auf die letzten zehn Jahr zurück, ist die Geschichte von Myspace geprägt von viele Hochs und noch viel mehr Tiefs. Alles begann im Juli 2003 als Tom Anderson die Community gründete. Die erste wirkliche Communityseite im Web verzeichnete innert kurzer Zeit ein rasantes Benutzerwachstum von bis zu 200'000 neuen Mitgliedern pro Tag.

Die Plattform war nach der Dotcom-Krise der neue Star. In die Schlagzeilen geriet die Seite im Juli 2005: Der Medienkonzern News Corporation kaufte für 580 Millionen Dollar das aufstrebende Internetportal. Erstmals nach der Internetkrise kam wieder Goldgräberstimmung auf. Und die Erfolgsgeschichte setzte sich unter der Führung des Murdoch-Clans weiter fort. Die 100-Millionen-Marke wurde im August 2006 durchbrochen.

2009 war dann aber Schluss mit dem Überflieger. Mit Facebook startete ein neues Network durch, das den Markführer in den USA erstmals in den Schatten stellte. Im Juni dieses Jahres zog der Herausforderer deutlich davon, mit Myspace gings bergab. Schliesslich verkaufte Medienmogul Murdoch die Plattform für 35 Millionen Dollar an Specific Media. Die Werbeagentur gehört unter anderem Sänger Justin Timberlake. Dabei hätte Myspace News Corp. ins Internet-Zeitalter führen sollen. Die Firma hatte zu ihrer besten Zeit 1400 Angestellte. Laut dem «Wall Street Journal» träumte Murdoch im Jahr 2008 von einem Jahresumsatz von einer Milliarde Dollar.

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