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Wie sicher ist Windows 8?

//   03 Oktober 2012  /  Microsoft  /  0 Kommentare  /  4729 Aufrufe  //

Wie sicher ist Windows 8?

Bald kommt das neue Betriebssystem von Microsoft auf den Markt. Experten beurteilen die Sicherheitsanstrengungen des Softwareriesen positiv. Doch die Malware-Schreiber sind schon in Lauerstellung.

Am 26. Oktober geht der Windows-7-Nachfolger in den Verkauf: Windows 8, das neue Betriebssystem des weltgrössten Softwareunternehmens Microsoft soll an den Erfolg von Windows 7 anknüpfen. Die neuste Version des Microsoft-OS wird sowohl als tablet- als auch desktoptauglich verkauft.

Windows ist trotz der rasend schnellen Verbreitung von Android und des Aufstiegs von iOS-Hersteller Apple zum wertvollsten Konzern weltweit immer noch auf 90 Prozent aller Computer installiert. Allein die Windows-Version 7 erreicht einen Marktanteil von 41 Prozent.

Zwei Drittel der Nutzer wurden schon angegriffen

Die Kehrseite der Medaille: Das Microsoft-Betriebssystem ist aufgrund seiner Reichweite bei der Malware-Industrie besonders beliebt. Dies und der Umstand, dass zwei Drittel aller Internetnutzer bereits Opfer von Cyberattacken wurden (siehe Studie dazu hier), verunsichern Windows-Kunden. Sie fragen sich: Ist Windows 8 sicherer als Windows 7?

Ja, meint etwa der Schweizer Serge Droz, Leiter der Sicherheitsabteilung der Stiftung Switch, die unter anderem den Zugang unseres Landes zum Internet garantiert. Technisch habe sich in den vergangenen Jahren viel geändert, um Angriffe schwieriger zu machen. Konkret habe Microsoft den gesamten Boot-Prozess, also das Aufstarten des Betriebssystems, unter dem sogenannten Security Development Lifecycle (SDL) neu entwickelt.

Drive-by-Angriffe gestoppt

Dies mache es Rootkits und Malware viel schwerer, sich nach einem Neustart ins System einzuklinken. Zudem sei die Einbindung von Drittsoftware (etwa Java oder Flash) geändert worden, sodass Sicherheitslücken in dieser nicht von Microsoft entwickelten Software schwieriger auszunutzen seien.

Konkret bedeutet dies laut Droz, dass Drive-by-Angriffe, mit welcher Nutzer auf eine mit Malware verseuchte Website gelotst werden, viel schwerer geworden sind.

Auf der Suche nach Schwachstellen

«Microsoft hat das solide Sicherheitskonzept von Windows 7 ausgebaut und noch nutzerfreundlicher gemacht», bestätigt Ralf Benzmüller, Leiter der G Data Security Labs und Dozent für Virenschutz an der Ruhr-Universität Bochum. Auch er hat festgestellt, dass das Booten unter Windows 8 vielen Rootkits die Basis entziehe. Die sogenannte Kapselung – also das Verbergen von Daten oder Informationen vor dem externen Zugriff – der Metro-Apps stelle eine Hürde für Malware dar.

Ob aber die Entscheidung, die neue Programmiersprache HTML 5 und die HTML-Erweiterungsmöglichkeit CSS als Grundlage für Metro-Apps zu nutzen, der Sicherheit zuträglich sei, müsse sich erst noch zeigen.

Ausserdem habe sich nichts daran geändert, dass das am meisten verbreitete Betriebssystem zwangsläufig auch die meisten Angriffe auf sich zieht. «Onlinekriminelle werden nach unserer Einschätzung alles daran setzen, in kürzester Zeit potenzielle Schwachstellen in Windows 8 zu finden, die mit Bordmitteln nicht erkannt respektive verhindert werden können.»

Stetige Verbesserungen seit Vista

«Das Ausnutzen von Sicherheitslücken wird schwieriger», sagt Serge Droz, «darum erwarten wir, dass mehr ‹Social-Engineering-Angriffe› eingesetzt werden: Mit dieser Methode werden die Nutzer getäuscht, beispielsweise werden sie dazu gebracht, eine Software zu installieren, um Filme anzuschauen. In Wirklichkeit kommt so schädliche Software auf den Computer.»

Beide Experten halten fest, dass Redmond bereits seit Windows Vista die Sicherheitsfunktionen ausgebaut hat. Dazu gehören laut Benzmüller unter anderem der Verzicht auf Administratorrechte, das besser abgesicherte Speichermanagement, die standardmässig aktivierte Firewall und die regelmässigen Windows-Updates.

Und Windows XP?

Die Folgen der immer noch weitverbreiteten Nutzung des bereits elfjährigen Windows XP (siehe Bildstrecke) stufen Benzmüller und Droz unterschiedlich ein. «Unter XP ist es um einiges einfacher, Sicherheitslöcher auszunutzen», sagt Serge Droz. Microsoft sowie die meisten Hersteller von Drittsoftware würden jedoch relativ schnell nach Bekanntwerden von Lücken Sicherheitsupdates liefern.

«Halten Nutzer ihre Systeme aktuell, ist das Risiko gering», folgert der Schweizer. Dies gelte aber nur für Privatnutzer. «In der Geschäftswelt ist ein schnelles Patchen aller Systeme oft nicht möglich. Dort besteht ein erhöhtes Risiko», warnt Droz. Mit den in Windows 8 implementierten Massnahmen werde dieses grösstenteils aufgefangen.

Ralf Benzmüller sieht XP noch um einiges kritischer: «Viele Sicherheitskonzepte, die mit Vista und Windows 7 eingeführt wurden, sind in XP nur unzureichend oder überhaupt nicht vorhanden. Malware-Schreiber hatten sehr lange Zeit, um die Schwächen von XP auszunutzen – und dieses Wissen wird immer noch genutzt.»

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