EgoBlog
Login Register
Login Register anmelden
Archiv
suchen
Popular Posts

Der neue Dotcom-Star

//   26 März 2013  /  Technik  /  0 Kommentare  /  5994 Aufrufe  //

Der neue Dotcom-Star

Nick D'Aloisio verkauft seine App-Idee für rund 30 Millionen Dollar an Yahoo. Wer ist dieser 17-Jährige?

Nick D'Aloisio hat das geschafft, wovon viele Start-up-Unternehmer träumen. Der 17-Jährige verkaufte seine Firma an Yahoo, und zwar für satte 30 Millionen Dollar. Seine App «Summly», sie verkleinert Webseiten-Inhalte automatisch für das Smartphone (siehe Box links), soll den Internetkonzern im so wichtigen Mobilegeschäft in Front bringen. War dieser Deal absehbar? Irgendwie schon. Zum einen berichteten namhafte Techpublikationen auffallend oft über D'Aloisios Wunder-App. Dann kürte Apple seine Anwendung zu einer der besten des Jahres 2012.

Erst im November auf iTunes lanciert, knackte die App schnell die Marke von einer Million Downloads. Rupert Murdoch, Yoko Ono, Stephen Fry und Hongkongs Milliardär Li Ka-shing investierten in die Firma des jungen Entwicklers. Wie hat das Nick D'Aloisio nur geschafft? Und wer ist dieser neue Tech-Wunderknabe eigentlich?

Auf der Liste der 30 wichtigsten Menschen unter 30 Jahren

Über das Privatleben des Briten ist schon einiges bekannt. Denn seit seine App im Internet zum Erfolg avancierte, buhlen die Journalisten um Interviews mit dem minderjährigen Programmiergenie. Und D'Aloisio ist für sein Alter selbstbewusst. Auf Twitter beschreibt er sich als eine der einflussreichsten Londoner Persönlichkeiten der Neuzeit. «Forbes» hat den Teenager auf die Liste der 30 wichtigsten Menschen unter 30 Jahren gesetzt. Im vergangenen Dezember erhielt er den Spirit of London Award als Unternehmer des Jahres.

D'Aloisio stammt aus gutem Haus. Sein Vater arbeitet als Investmentbanker bei Morgan Stanley, seine Mutter ist Anwältin. Beide haben keine besonderen Kenntnisse von Computertechnik. Ihnen wurde allerdings schnell klar, dass ihr Sohn ein äusserst begabtes Kind ist. So soll er mit sechs Jahren bereits Astronomiebücher auf Universitätsniveau gelesen haben.

Idee kam beim Büffeln für eine Geschichtsprüfung

Das Programmiergenie hat sich schon früh mit Produktdesign befasst, schrieb die «Financial Times» jüngst. Daher habe er auch die Designikone Egg Chair als Firmenlogo gewählt. Im Alter von neun Jahren beschäftigte sich D'Aloisio erstmals mit Computeranimationen auf einem alten Apple-Computer. Drei Jahre später lud er die Programmiersoftware für das iPhone herunter und begann sich im Kinderzimmer damit zu beschäftigen. Mit 15 machte er sich an die Entwicklung seiner Millionen-App.

Auf die Idee kam er beim Büffeln für eine Geschichtsprüfung. Während er sich durch das Ergebnis einer Google-Suche klickte, erachtete er das Lesen und Recherchieren als äusserst ineffizient und zeitraubend. Weil er zu faul war, so viele Webseiten zu lesen, entwarf er den Algorithmus, der Texte kürzt. Lange Artikel werden nach den Wünschen der App-Nutzer auf maximal 400 Zeichen eingedampft.

Autodidaktisch zum Erfolg

Wie er das schaffte? Das bleibt ein Rätsel. Wie D'Aloisio sagt, habe die Entwicklung des Algorithmus einen Monat gedauert. Das erscheint fast schon magisch, hatte der Junge von automatischen Textzusammenfassungen anfangs keinen Schimmer. Seine Leistung ist bemerkenswert, stecken selbst Firmen wie Google Millionen an Forschungsgeldern in die Entwicklung von entsprechender Software.

D'Aloisio ist überzeugt, dass das Alter in der App-Branche eine immer weniger wichtige Rolle spiele. Unternehmerisches Denken sei viel wichtiger, sagt der Programmierer. Heute könne sich jeder das Programmieren von Apps selbst beibringen und ein Millionenpublikum erreichen. Natürlich seien Erfahrung und das Wissen der Schlüssel zum Erfolg. Aber in seinem Alter sei es einfacher, erfolgreich zu sein, weil er weniger zu verlieren habe als ein älterer Entwickler. Das Internet sei ein feiner Filter von Interessen, der Ideen und nicht das Alter beachte.

Ein Paar Nike-Schuhe

D'Aloisio ist ein Ausnahmetalent. Der Verkauf seiner Firma dürfte so manche Jugendlichen und Eltern inspirieren. Und das Millionengeschäft hat im Internet-Bingo eine neue Dimension erreicht, wie Brian Wong, der 21-jährige Gründer der Mobilefirma Kiip, der «New York Times» jüngst sagte: «Ich fühle mich alt!» Vor ein paar Jahren wurde Wong in den Medien als der jüngste Mensch der Welt gefeiert, der mit Investorengeldern zum Millionär wurde. Und was sagt der frischgebackene Dollarmillionär? Der Teenager zeigt sich entzückt über den Millionendeal mit Yahoo und bedankt sich auf seiner Webseite bei Unterstützern und Usern. «Ich werde mir ein Paar Nike-Schuhe und vielleicht einen neuen Computer kaufen», sagt D'Aloisio. Das übrige Geld wolle er erst einmal nur sparen.

Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

Nur registrierte Benutzer können kommentieren.

Kommentare

Der Mythos von den «gefährlichen» Wörtern
Der Mythos von den «gefährlichen» Wörtern
09 August 2013, 0 Kommentare
Die Snowden-Affäre hat gezeigt: Geheimdienste schnüffeln, was das Zeug hält. Doch nicht jede «Bombe» im E-Mail bringt den Absender auf die Fahndungslisten, wie ein Experte beruhigt.
Der Dienstwagen des FBI-Agenten
Der Dienstwagen des FBI-Agenten
12 Mai 2013, 0 Kommentare
Jerry Cotton fuhr ihn als Dienstwagen, den roten Jaguar E-Type der ersten Serie. Und er hatte gute Gründe für diese Wahl.
Eine Milliarde für Whatsapp – und dann das Aus?
Eine Milliarde für Whatsapp – und dann das Aus?
08 April 2013, 0 Kommentare
Google steht einem amerikanischen Medienbericht zufolge seit längerem in Verhandlungen mit dem beliebten Messaging-Service. Gelingt die Übernahme, soll der Dienst in der aktuellen Form verschwinden.
//  Home  //  Leben  //  Technik  //  Geschichte  //  Humor  //  Karikaturen  //  Kunst  //  Archiv  //  Kontakt Back to Top Back to top
footer-right
Copyright © egoBLOG.ch Datenschutzerklärung        Nutzungsbedingungen